Ich kann es kaum glauben, aber seit gestern ist eine meiner besten Freundinnen verheiratet. Das klingt jetzt vielleicht nicht nach einer Sensation, ich bin Mitte 30, da heiraten Menschen. Aber das ist die erste Hochzeit in meinem engen Freundeskreis. Ich war ganz aufgeregt – auch, weil ich die beiden trauen durfte. (Symbolisch, versteht sich, ich habe keinen schnellen Migros-Klubschule-Trauschein absolviert.) Die Verantwortung war gross, ich wollte ihnen gerecht werden und dafür die richtigen Worte finden.
Ohne mich selbst zu fest zu loben: Ich glaube, dass mir das gelungen ist. Das Brautpaar war glücklich, die Gäste gerührt und wir liessen es danach ordentlich krachen. Es war ein strahlend schöner Tag in Krakau, die Location war ein Traum, der DJ ein Freund von uns, der seinen Job einfach versteht, und auf jedem Tisch standen genug gekühlte Vodka-Flaschen, sodass garantiert niemand auf dem Trockenen sass. Diese Zeilen erreichen euch deshalb leicht zerknautscht, aber sehr happy, aus Krakau.
💖 Das habe ich diese Woche geliebt:
Vorfreude ist die schönste Freude? Ich bin mir nicht sicher. Aber den Koffer für diese Hochzeit zu packen, die letzten Details zu organisieren – all das hat mein Herz mit ganz viel Freude gefüllt. Genau so wie den Tag in der «Bridal Suite» zu verbringen und mich mit meiner Freundin auf diesen grossen Moment vorzubereiten.
Lord oh LORDE! Ziemlich spontan konnte ich diese Woche noch zum Lorde-Konzert am Rock en Seine Festival in Paris. Wenn ihr in eurem Leben gerade eine Tanzpause braucht, dann kann ich euch Lorde einfach immer wieder ans Herz legen. Das Konzert war so toll, Lorde so authentisch und nahbar. Ich war hin und weg und danach komplett durchgeschwitzt.
So crunchy: Ich liebe Kapern und habe in den letzten Tagen eine kleine Obsession entwickelt zu frittierten Kapern, die man auf eine leckere Pasta oder ein Rührei streuen kann.
Überhaupt bin ich im Moment in einem Küchen-High: Cannellini-Bohnen-Eintopf mit Zitrone, Spicy Chicken mit Chorizo und – ! – frittierten Kapern oder grillierter Lachs mit Reisnudeln und Chop-Suey-Gemüse. Ich habe im Moment so viel mehr Lust, zu Hause zu kochen, als ins Restaurant zu gehen.
😤 Das habe ich diese Woche gehasst:
Zu viel getanzt: Ich habe es tatsächlich geschafft, mich beim Tanzen meine eigene Wange aufzukratzen. Einerseits liebe ich, dass Lorde so viel Leidenschaft in mir auslöst, andererseits hätte ich auf diesen Kratzer zwei Tage vor der Hochzeit verzichten können.
Kein Schlaf, kein Glück: Ich war letzte Woche beruflich in den USA und der Jetlag war dieses Mal auf dem Hin- und Rückweg extrem mühsam. Das wirkt sich auf meine Schlafqualität aus und ich hasse es, schlecht zu schlafen.
Aus der Serie «Dinge, die ich zerbreche oder fallen lasse»: Vor meiner Abreise bin ich meinen Beamer – samt Ständer – gelaufen, dieser wiederum ist umgekippt und auf eine Vase geknallt. Der Beamer ist zum Glück noch ganz, die Vase nicht.Und ausserdem ein Punkt, den ich nicht einfach neben Banalitäten aufzählen möchte:
Ich liebe Hochzeiten. Ich finde es romantisch, wenn zwei Menschen voreinander stehen und sagen: Ja, ich möchte mit dir an meiner Seite mein Leben verbringen.
Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich dieses Gefühl lange verheimlicht, ja, vielleicht sogar verdrängt. Aus feministischer Perspektive gibt es ganz viel, was man am Konzept Ehe hinterfragen kann. Bis heute etwa tue ich mich schwer mit dem Verlobungsring, der aus einer Zeit stammt, in der der Mann seine zukünftige Frau – man kann es nicht anders sagen – reserviert hat. Ich habe mich in meinen Zwanzigern nicht selten leidenschaftlich über solche Dinge echauffiert. (Gern auch mit erhobenem Zeigefinger.)
Ich bin noch immer der Überzeugung, dass eines der wichtigsten Güter, die wir als Frauen verteidigen sollten, unsere Unabhängigkeit ist. Was ich mittlerweile nicht mehr behaupten würde, ist, dass eine Ehe – oder eine Hochzeit – diesem Gut im Weg steht.
Vor allem aber habe ich etwas in meinem Leben gelernt: Es ist zu kurz, um einem perfekten moralischen Bild nachzueifern. Ich habe so oft versucht, alles richtig zu machen. Turns out: Erstens gibt es diesen Zustand gar nicht, und zweitens gehören Dinge, die einen individuell glücklich machen und niemandem sonst schaden, nicht zu den Problemen, die uns auf der Welt am meisten beschäftigen sollten.
Die Wiener Influencerin und Unternehmerin Madeleine Darya Alizadeh (Daria Daria) hat neulich geheiratet. Sie berichtete auf Instagram, dass ihr nach ihren Hochzeitsbildern reihenweise Follower:innen entfolgt sind. Per Nachricht erklärten ihr enttäuschte Follower:innen, sie sei nicht authentisch, ja eine Heuchlerin – keine echte Feministin mehr. Ich war einerseits tatsächlich ein wenig erschrocken über diese harsche Kritik und musste gleichzeitig eigentlich einfach nur lachen.
🔒 Lies hinter der Paywall weiter! Bereits für 5.90 Euro/5.50 Franken bist du Mitglied – der Preis eines Matcha Lattes. Danke für deine Unterstützung!
Hinter der Paywall warten:
Warum gewisse Entscheidungen von Frauen härter verurteilt werden als andere
Was Ehe und Konkubinat rechtlich und finanziell wirklich unterscheidet
Meine ehrliche Antwort auf die Frage, ob ich im weissen Kleid heiraten würde
💡 Du bist Mitglied, siehst aber nur einen Teil? Kein Grund zur Sorge – der ganze Text ist für dich freigeschaltet. Klicke einfach auf «Online lesen» oben rechts oder kontrolliere, ob du eingeloggt bist.
Du willst weiterlesen? Dann löse jetzt dein Upgrade!
Mit einem Abo erhältst du Zugang zu diesem Beitrag.
Freischalten