Vor ein paar Tagen habe ich meinen 36. Geburtstag gefeiert. Es ist ein offenes Geheimnis in meinem Umfeld, dass ich meinen Geburtstag gerne feiere – genauer gesagt: dass ich Geburtstage überhaupt gerne feiere. Ich bin die Art von Freundin, die Konfetti-Kanonen an Partys mitbringt, dafür sorgt, dass im Restaurant eine Kerze im Kuchen steckt, und gerne auch mal mit bunten Heliumballons auftaucht.
In den letzten Jahren merke ich allerdings, dass sich in diese Vorfreude immer auch eine gewisse Unruhe mischt. Je älter ich werde, desto mehr nehme ich meinen Geburtstag zum Anlass, darüber nachzudenken, wo ich im Leben stehe. Ich stelle mir die grossen Fragen: Wer bin ich? Was macht mich glücklich? Was nicht? Wer möchte ich in einem Jahr sein?
Als ich 20 war, dachte ich, dass man mit 36 weiss, wie das mit dem Leben so läuft. Rückblickend waren meine Erwartungen an dieses Alter recht konservativ: verheiratet sein, vielleicht eine Immobilie besitzen, Kinder oder einen Hund haben – oder immerhin einen richtig teuren Hamster. Irgendwie nicht nur erwachsen, sondern auch ausgewachsen sein.
Stattdessen fühlt sich das Erwachsensein noch immer recht wie ein work in progress an.
💖 Das habe ich diese Woche geliebt:
Ciao again: Vor einigen Jahren habe ich mit meiner Freundin Annik Hosmann den Podcast «Ciao for Now» gehostet. Nun sind wir zurück – nicht mit einem Podcast, sondern mit einer Talkreihe im Kino Koni in Zürich. Am 12. Mai sprechen wir über das Phänomen «The Devil Wears Prada», anschliessend schauen wir alle gemeinsam den Film. Tickets gibt es hier. Bist du dabei?
A touch of red: Diesen Pulli habe ich bei Uniqlo gekauft – und er ist genau der Farbtupfer, den mein Leben gerade braucht. Manchmal ist es wirklich so simpel.
Blumen zum Geburtstag: Ist das Schönste an einem Geburtstag, Blumen geschenkt zu bekommen? Ich sage: ja. Kein Argument dagegen zugelassen.
Birthday Surprise: Meine Freundin Michèle hat in ihrer Spinning-Lektion eine Geburtstagsüberraschung für mich organisiert. Gerührt, verschwitzt und rot wie eine Tomate habe ich den Cupcake entgegengenommen. Ich liebe Menschen, die sich solche Dinge ausdenken.
😤 Das habe ich diese Woche geliebt:
Rücken, du Verräter: Ich habe gerade sehr viel Stress, was leider zur Folge hat, dass auch mein Rücken zwickt. Fast anderthalb Jahre hatte ich Ruhe von meiner Bandscheibe – jetzt heisst es: einen Gang zurückschalten. Einfacher gesagt als getan.
Bye bye, Macchinetta: Mein Auto, mein geliebtes, altes Auto hat das Zeitliche gesegnet. Vor genau 20 Jahren wurde sie das erste Mal gefahren; nun musste ich mich schweren Herzens von ihr verabschieden. Ich möchte unbedingt wieder ein Auto, bin aber völlig überfragt, welches Modell für mich das richtige wäre. Tipps sind herzlich willkommen.
Konfliktunfähigkeit: In den letzten Tagen hatte ich gleich zwei Situationen, in denen ich Menschen in meinem Umfeld direkt fragen musste, was sie mit ihren indirekten Botschaften eigentlich meinen. In beiden Fällen wurde ausgewichen, Blicke wurden gemieden, man wurstelte sich durch das Gespräch, ohne wirklich zu sagen, was Sache ist. Ich bin in einem Alter, in dem ich das nicht mehr aushalte. Also frage ich nach. (Spoiler: Diese Strategie stösst nicht unbedingt auf viel Freude.)
Lektionen fürs Leben
Das Schöne am Älterwerden ist, dass sich selbst dieser «work in progress»-Status irgendwie als okaye Lebenslektion anfühlt. Ich erwarte nicht mehr, irgendwann in diesen 30ern anzukommen. Was heisst es überhaupt, anzukommen? Wenn ich mit Freundinnen in ihren 40ern oder 50ern spreche, realisiere ich: Es geht immer so weiter. Erwachsensein bedeutet ein konstantes Justieren – von Erwartungen, von Plänen, von psychischen und physischen Kapazitäten. Von dem, was man war, dem, was man sein wollte, und dem, was man ist.
Was ich bei diesem Justieren gelernt habe? Dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist – sie ist Information. Sie zeigt mir, wo meine Grenzen sind, was ich brauche und wo ich Hilfe holen darf. Und – vielleicht das Wichtigste – sie hat mich gelehrt, dass ich sie aushalte. Dass ich auf der anderen Seite eines schwierigen Moments immer noch ich bin. Oder um es mit den Worten der 70s-Ikone Gloria Gaynor zu sagen: I will survive. Das ist die grösste Lektion, die ich in den letzten zehn Jahre zwischen Mitte 20 und Mitte 30 gelernt habe. Hier sind ein paar weitere:
Weniger Druck heisst weniger Druck. Ja, es sollte dir verdammt nochmal egal sein, was andere von dir halten. Aber: Das ist es wahrscheinlich nie ganz. Ich würde es mir wünschen, euch hier und jetzt verkünden zu können, dass ich mich vollständig vom Urteil anderer befreit habe. Aber das wäre kompletter Quatsch. Ich versuche, daran zu arbeiten – und gleichzeitig habe ich eine viel wichtigere Lektion gelernt: Auch der Druck, sich nicht unter Druck zu setzen, kann Druck erzeugen. Oder einfacher: Ich kann mich darüber stressen, dass es mich stresst, was andere über mich denken. Oder ich kann akzeptieren, dass es ein sehr menschlicher Wunsch ist, anderen zu gefallen. Und dass das okay ist.
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